DeutschlandGedichteRonja Lutz

Atme

Ronja Lutz

Berlin, Deutschland

 

(Nafas kashidan, rasidan.) Atme. Atme!
Es wird schon besser.
Jeden Tag besser.
Atme. Allein. Atme.
Zwei Jahre schon.
Ganz. Atme. Afghanistan. Ein.
Ich und er.
Und er vermisst seine Familie.
Natürlich tut er das. Keine Frage.
Sein Lachen klingt leise, wie von Oma, die von ihrer Jugend im Lager erzählt.
„Was soll man machen.“
Wie das damals so war.
Nur, dass damals jetzt ist.

 

Ronja Lutz (23)

ist aufgewachsen in Berlin. Sie versucht in ihrer Arbeit, Intellektuelle zu möglichst wirksamer Forschung zu bewegen. Außerdem hat sie eine Vorliebe für Suppe, philosophische Mitternachts-Gespräche und Glitter. Eine Sache, die sie gerne mal lernen würde, ist Stepptanzen. Ihr Gedicht handelt von Krieg und Flucht, damals wie heute.