Spuren

Yasser Niksada Panshir, Afghanistan, aufgewachsen in Iran Sei neben mir und sieh,
 was mir geschehen ist.
 Es ist vorbei, die Spuren noch im Herzen.
 Kein Platz für mich für Schlaf in diesem Bus.
 Die Füße vertrocknet, der Traum versank im Auge.
 Die Polizei sagte Stopp.
 Geht zurück, geht zurück.
 Alle dann in den Waggons, nur ich allein auf dem Gleis.
 […]

Ohne Dich

Shahzamir Hataki Mazar-e-Sharif, Afghanistan Das Leben hier zu führen ohne dich,
 ist schwierig, Vater.
 Ich bin durstig nach deinen Tränen.
 Auch das Weinen hier unter diesen Leuten ist schwierig, Vater. Wenn du jetzt dort schreitest und über Dornen gehst, Vater, spüre ich die Schmerzen deiner Füße. Ich wünschte, mich in Deine Arme zu werfen.
 Dich aus dieser Entfernung zu küssen, […]

Frauen

Samiullah Rasouli Ghazni, Afghanistan Wenn ich sage, Frauen, dann meine ich echte Frauen, diejenigen mit Brauen, Nasen und Schultern.
 Die von Beginn an nur sich selbst gehören, die nicht selbstsüchtig sind und stolz auf ihre Gaben, die sich in ihrer einfachen Schlichtheit lieben und einfach nur sie selbst sein wollen und keiner anderen ähneln. Diese Frauen meine ich, wenn ich […]

Nur Du

Mahdi Hashemi Ghazni, Afghanistan, aufgewachsen in Iran Wir sehen jetzt Zeiten, in denen du da bist, und nur du. Du liebst und du wirst nicht geliebt. Du fühlst Nähe und keiner da, an den du dich lehnen kannst.
 Du hast alles und doch hast du nichts. Die Wunde verborgen, hinter dem Schleier der Tränen, bleibt das Geheimnis ungelesen. Übersetzung aus […]

Mutter

Kahel Kaschmiri Ghazni, Afghanistan Wärest Du doch hier, ich würde deine Füße küssen. Ich würde mich verneigen vor dir und Dein Antlitz küssen. Überall wo du hingingst und verweiltest, möchte ich hingehen und weinen. Übersetzung aus dem Persischen: Aarash D. Spanta Kahel Kaschmiri (15) Kahel Kaschmiri wuchs in der afghanischen Provinz Ghazni auf. Ein Miliz-Kommandeur hatte es auf den Jungen […]

Hoffnungslos

Ghani Ataei Herat, Afghanistan Sie töteten vor meinen Augen, im Dorf. Vier Tage konnte ich nicht sprechen. Vier Tage blieb ich stumm. Bis ich verstand. Niemand erwartet etwas von niemandem. Jeder kann jedem alles tun. Gleich, wie viel ich älter werde, wie erwachsen ich sein werde, wenn ich unruhig bin und voller Sorge, wünschte ich die Mutter an der Seite. […]

Beginn des Lebens

Mohamad Mashghdost Bandar Anzali, Iran Der Beginn des Lebens war, dass ich nicht existierte. Es gab eine Mutter. Sie war mein Gott. Es war eine einseitige Liebe. Es gab einen Vater. Er war nie da. Der Körper kam zur Ruhe, nicht der Geist. Ich blieb ohne Trost. Die Schwester wollte mir die Mutter sein. Aber sie war müde. Ich liebte […]

Morgen

  Ali Ahmade Bamyan, Afghanistan   Sei ruhig, sagst du zu mir.
 Und erinnerst mich daran, dass du doch da bist. Was morgen ist, das weiß ich nicht.
 Verzeih, dass ich von morgen nichts sagen kann. Aber heute bin ich ja noch da.   Übersetzung aus dem Persischen: Aarash D. Spanta Ali Ahmade (15) Das Gedicht beschreibt die Gedanken an […]

Wie ein Pfeil

Mahdi Hashemi Ghazni, Afghanistan, aufgewachsen in Iran   Einen Monat lang ging die Reise, die keine Reise war, sondern ein Schrecken, 
 in das Land der Hoffnung. 
 Jetzt warte ich auf ein Papier,
 das vielleicht Bitterkeit enthält und Trauer. Und fühle mich wie ein Pfeil. Verschossen. 
 Der zurückkehren soll zu seinem Bogen. Übersetzung aus dem Persischen: Aarash D. […]

Heimat

Mohamad Mashghdost Bandar Anzali, Iran Meine Heimat habe ich verlassen, mein Herz. Jetzt ist es wie Schlaf und Traum und brennt in der Tiefe meines Körpers. Die weinende Mutter hat mich fortgeschickt. Die Leiden sind zu Ende, sagte ich.
 Ich packte und machte mich auf den Weg. Leib und Seele überließ ich dem Ozean, Gott, ich existiere noch, danke. Gott […]

Liebe

Samiullah Rasouli Ghazni, Afghanistan Wenn Du mich wegen meiner Schönheit liebst, dann lieb mich nicht. Liebe stattdessen die Sonne und ihre Strahlen. Wenn du mich für meine Jugend liebst, dann lieb mich doch lieber nicht. Verlieb dich dann lieber in den Frühling, weil er doch jedes Jahr wiederkommt. Wenn du mich wegen meines Geldes liebst, dann lieb mich doch lieber […]

Mein letzter Sommer in Afghanistan

Kahel Kaschmiri Ghazni, Afghanistan …war heiß, die Sonnenstrahlen brannten, so sehr, daß ich kaum arbeiten konnte. Aber kann es sein, daß man nicht arbeitet? Nicht zu arbeiten bedeutet, zu hungern und auf der Straße zu leben. Wo hätten ich und meine Familie Unterschlupf gefunden? Ich benetzte mein Gesicht mit Wasser, zog ein dünnes, weißes Hemd an, und ging zum Bazar, […]

Rausch und Wahn

Shahzamir Hataki Mazar-e-Sharif, Afghanistan Liebe ist ein Rausch und Wahn
 und fremd zur Welt,
 Sie sitzt immer da, von der Dämmerung bis zum Morgenrot. Liebe bedeutet ein Lächeln in nass geweinten Augen,
 Liebe bedeutet, sein Leben wegzuwerfen.
 Liebe bedeutet, Tränen zu vergießen.
 Liebe bedeutet, zu sein und dabei zu verbrennen.
 Liebe bedeutet, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Erlitte ich […]