Nicht der letzte Tag

Hussein Kuafathi

Syrien

 

Elf Tage von Ägypten nach Italien.
5 Etappen, über Land, über Wasser.
Ich war so müde.
Auf dem Meer haben wir das Schiff gewechselt,
ich war so müde, dass ich fiel.
Mein Rucksack,
fast wäre ich mit ihm ertrunken.
Viele fremde Hände zogen mich aus dem Wasser.

Einige Schiffe später gerieten wir in einen Sturm.
Das Wasser kam von allen Seiten,
wir rannten unter Deck.
Wir dachten, dies sei unser letzter Tag.

Zum Glück war es nicht der letzte.
Nur unser schlimmster.

 

Hussein Kuafathi (16)

kommt aus Syrien. Er floh mit seiner Familie, seinem Onkel und seiner Tante und seinem Cousin nach Deutschland. Seit drei Jahren lebt er in Wuppertal. Deutschland findet er toll und möchte später Architekt werden.

Ein traumhafter Abend

Hussein Kuafathi

Syrien

 

Ein schöner sonniger Tag in Ägypten.
Mit meinen Freunden Fußball gespielt.
Plötzlich eine zornige Stimme.
Mama!
Schrie mich vor meinen Freunden an.

Ich musste mit.
Das Ziel: ein großer Raum.
Voller Menschen.

Happy Birthday, dear Hussein!
Es war mein Geburtstag!

Viele Leute waren da,
und brachten schöne Geschenke.
Eine Halskette und ein goldenes Armband
bekam ich von meinem Vater.

Getanzt, gegessen,
gefeiert, gelacht.
Es war ein traumhafter Abend.

Schließlich wollten wir nach Hause.
Vor dem Auto kam der Schock.
Das Auto war aufgebrochen.
Die Geschenke geklaut.

Zum Glück hatte ich die Halskette um den Hals.
Und das Armband am Arm.
Die schönsten Geschenke hatte ich an mir.

Wo sie jetzt sind, weiß ich nicht.
Um hierher zu kommen,
musste ich sie verkaufen.

 

Hussein Kuafathi (16)

kommt aus Syrien. Er floh mit seiner Familie, seinem Onkel und seiner Tante und seinem Cousin nach Deutschland. Seit drei Jahren lebt er in Wuppertal. Deutschland findet er toll und möchte später Architekt werden.