Vorveröffentlichung 12/2019

On Stage: unsere Poet*innen Ali Alzaeem, Hamed Baluch, Helena von Beyme, Amira Gudegast, Shahzamir Hataki, Muska Karimi, Robina Karimi, Zoё Matt-Williams, Rojin Namer, Rachel Ulrich, unsere großartige Projektmanagerin Theresa Rüger und ausnahmslos wundervolle Gäste | Fotos © Rottkay

18.12.2019 • 18:30 • The Poetry Project e.V.

 

War das ein fulminanter Abend. Auch wenn wir über die vergangenen vier Jahre lernen durften, dass unser schöngeistiges Projekt durchaus die Kraft hat, belasteten Seelen ein wenig Freiheit zu schenken, so war kaum damit zu rechnen, dass dieser Mittwoch vor Weihnachten so intensiv Freude, Freundschaft, schlichtweg glückliches Miteinander sichtbar machen würde. Dass dies gelingen konnte – hierfür sind wir aus tiefstem Herzen dankbar.

60. Münchner Bücherschau

Münchner Bücherschau | Foto © Rottkay
Rojin Namer, Ali Alzeem, Anne Bontemps, Robina Karimi, Muska Karimi, Michael Schröder | Foto © Rottkay

Die letzte Lesereise 2019

23.11.2019 • 16:30 • Black Box im Gasteig

 

Nach der fulminanten Besprechung in der Süddeutschen Zeitung war auch die Black Box im Gasteig mit seinen 240 Sitzplätzen nahezu vollkommen ausgebucht.

Theresa Rüger führte kurz in die lyrische Werkstatt-Arbeit des Poetry Projects ein. Dann päsentierten Ali Alzaeem, Rojin Namer und Muska und Robina Karimi ihre Texte über ihre alte und neue Heimat – wie gewohnt in ihrer Muttersprache, arabisch und persisch. Anne Bontemps und Michael Schröder lasen die Texte in Deutsch. Besonders beeindruckt war das Publikum von Muskas Text über das Frausein in Afghanistan: »Die Tochter hört von ihrer Mutter: Du bist ein weißes Stück Stoff. Aber du verdreckst schnell.«

Bei der sich anschliessenden Fragerunde kam es bei den einbezogenen Zuhörer*innen zu einer enormen Überraschung darüber, wie hervorragend unsere Dichter*innen bereits Deutsch sprechen. Ganz im Sinne der anhaltenden #MeToo-Debatte drehte es sich viel um weibliche Erfahrungen.

Es ist eine Freude zu erleben, wie sehr sich das Selbstbewusstsein der heranwachsenden Frauen bereits entwickelt. Zu den Unterschieden zwischen Syrien und Deutschland befragt, erzeugte Rojin schlagfertig einen Lacher: »Natürlich sehe ich Unterschiede. Als Frau hat man in Deutschland wesentlich mehr Freiheiten. Aber Gleichheit gibt es hier auch nicht. Zum Beispiel würde ich nicht einfach an den Straßenrand pinkeln…«

Nach minutenlangem Applaus gab es die Gelegenheit, unseren Gedichtband zu erwerben und sich diesen signieren zu lassen. Hier spürten unsere Poet*innen ganz hautnah, welche Begeisterung sie beim Publikum ausgelöst hatten:

Münchner Bücherschau | Foto © Rottkay
Signierstunde | Foto © Rottkay

Wir danken Edith Offermann für die Organisation und großartige Betreuung, außerdem der »Schauburg - Theater für junges Publikum«, die uns die beiden Schauspieler*innen gestellt hat.

Literaturfest München

Literaturfest München | Foto © Rottkay
Shahzamir Hataki, Samiullah Rasouli, Cathrin Störmer | Foto © Rottkay

Ein tief bewegender Abend bei der Eröffnungsgala

13.11.2019 • 19:00 • Gasteig

 

In einem komplett ausgebuchten Carl-Orff-Saal mit seinen 608 Sitzplätzen im Gasteig trugen unsere jugendlichen Autor*innen Rojin Namer, Shahzamir Hataki und Samiullah Rasouli ihre Texte vor: über ihre Vertreibung aus dem Paradies der Heimat, Flucht und den Neuanfang in Deutschland, in ihren Muttersprachen Persisch und Arabisch. Gelesen in Deutsch von der wunderbaren Cathrin Störmer vom Residenztheater.

Das machte allen Hoffnung in schwierigen Zeiten. Rojin, 16, geht heute aufs Gymnasium, Shahzamir, 18, macht eine Ausbildung als Krankenpfleger bei der Charité, Samiullah, 20, ist im dritten Jahr seiner Hotelkaufmanns-Lehre. Die drei haben heute eine Zukunft, die uns allen gut tut.

Der Historiker Timothy Garton Ash twitterte beseelt nach seiner brillanten Fest-Rede über die Geschichte nach dem Mauerfall: »Most moving the readings at #literaturfest of poetry by young refugees from Syria & Afghanistan- all speaking excellent German. Maybe, after all, ‘wir schaffen das!’....?«

Lettrétage

Ali Alzaeem, Foto: Leo Zimmermann

25.10.2019 • 19:30 • Lettrétage 

Die Lettrétage, weithin bekannt als Andockstelle für alles Literarische und Lyrische in Berlin und speziell Berlin Kreuzberg, wurde an diesem letzten Freitag im Oktober zur Bühne für erprobte und neue Texte – und einmal mehr für Tristan Brusch, diesmal am Piano.

Zum ersten Mal wurde dabei Rojin Namers Text Damaskus meine Blume öffentlich vorgetragen, im August hatte sie dafür den LYRIX-Literaturpreis erhalten. Ein neues, gerade mal zwei Tage altes Gedicht trug auch Ali Alzaeem vor, in welchem er in eindringlichen Zeilen appellierte, in Menschen mit Migrationshintergrund schlicht Menschen zu sehen und nicht bemitleidenswerte Geflüchtete:

Jedes Mal, wenn ich diese Welt anfange zu lieben, erstechen Sie meine Olivenworte.
Sie denken, dass unsere Boote von einem anderen Planeten kamen
Und dass das Blut in meinem Stift wie Wein aussieht – zum Spaß.

Rachel Ulrich reflektiere, wie als Spiegelung dieses Appells, ihre eigene Haltung zu den „neuen Leuten“ und erklärte ihre Liebe zur arabischen und persischen Sprache, ohne eine von ihnen zu beherrschen. Sie erntete für ihre an vielen Stellen unterhaltsamen Verse einige Lacher. Wie oftmals bei Lesungen des Poetry Project zu beobachten, folgte indessen auf die Worte Hamad Baluchs nachdenkliche Stille, tragen sie doch ein Leid in sich, das jungen Menschen aller Nationalitäten zustoßen kann, mit dem sich auch Menschen ohne Migrationshintergrund identifizieren können.

Tristan Bruschs Konzert mit seinen lyrischen und vielstufigen, bildreichen Texten fing die durch die Lesung gesetzten Impulse abschließend musikalisch auf und entließ das vorwiegend junge Publikum angeregt diskutierend in den Freitag Abend.

Gostner Hoftheater

Rachel Ulrich, Foto: Gisela Hoffmann

lichtblicke

19.10.2019 • 20:00 • Theaterkneipe LOFT 

 

In Kooperation mit dem Theaterpädagogen Irfan Taufik und Mitgliedern aus dem Theaterprojekt International in Nürnberg entstand ein neuartiges Projekt. Unsere Poet*innen Rachel Ulrich, Ali Alzaeem und M-Samih Zir konzipierten zusammen mit der Gruppe aus Nürnberg eine Veranstaltung im Gostner Hoftheater die drei Programmpunkte umfasste.

Zum einen gab es eine Lesung, die aus neuen Lyrikerzeugnissen bestand. Thematisiert wurden dabei unter anderem allgegenwärtig prekäre Lebensumstände in Afrika und schwierige politische Verhältnisse im Iran.  Ein weiterer Neupoet, Okbamariam Gebre, schilderte seine Diskriminierungserfahrungen im Nürnberger Nachtleben.

Kurz danach folgte eine kleine Inszenierung auf der Bühne, die sich mit der Frage beschäftigte, welche Rolle man in der Gesellschaft spielen muss, um eine sofortige Reduzierung auf den eigenen Migrationshintergrund zu vermeiden. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein halbstündiges Rapkonzert von verschiedenen Personen. Textlich wurde dabei verschiedenste Erfahrungen wiedergegeben. Es ging um Liebe, Integration und Gewalt.

Heimathafen Neukölln

Tristan Busch | Foto © Rottkay
Tristan Brusch, Foto © Rottkay

Lesung und Pop Up Konzert 

26.09.2019    Heimathafen Neukölln

Unsere jungen Poet*innen Hamed Baluch, Rojin Namer, Yasser Niksada und Lotti Spieler lasen im Heimathafen Studio zunächst ihre mal kritischen, mal beklemmenden, mal lustigen und immer berührenden lyrischen Texte, gefolgt von einem Unplugged-Konzert von Tristan Brusch. 

Der Sänger und Songschreiber aus Berlin ist 2018 mit der Veröffentlichung seines Debuts „Das Paradies“ zu einer Art Wunderkind der deutschen Musikszene avanciert. Seine Musik lässt sich als glitzerndes Gewitter aus heiteren Amüsements, höchst erwachsenen Liebeserklärungen und hitzigen, gesellschaftskritischen Kampfansagen beschreiben. 

Der 31-jährige beweist dabei eine schlafwandlerische Sicherheit im Umgang mit Komposition und Instrumentarium. Sowohl klanglich als auch in seiner Attitüde zeigt sich der Chanson-Pop anarchisch, ausgelassen und alles andere als gestrig. 

Es war ein besonderer Abend mit kraftvoller Lyrik und großartiger Musik.

Die deutschen Übersetzungen las Alexander Deutsch.

Moderation: Laura Daub

MasterPeace Wiesbaden

Leo Zimmermann, Rojin Namer, Ali Alzeem, Foto: Kristine Tauch

21.09.2019 • 19:00 • JUZ BIEBRICH

Master Peace Wiesbaden und ihre Vertretung Youth Power Germany e.V. hatten unsere Poet*innen am Weltfriedenstag zum Peace Festival eingeladen. Ziel der interkulturellen Veranstaltung war es, Menschen miteinander zu verbinden. Insgesamt fanden sich über 80 Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, um gemeinsam unterschiedliche Projekte vorzustellen und autobiographisch über verschiedene Lebenschroniken zu berichten.

Während der Veranstaltung wurde auch darüber diskutiert was gesellschaftlich gefördert werden muss, um ein Miteinander aller Menschen zu fördern. Ein oft genannter Aspekt war die Empathie.  Inhaltlich passend war auch ein Hauptmotto des Festivals, welches lautete ,,tell your story‘‘. Während unsere Poet*innen Rojin Namer und Ali Alzaeem lyrische Beiträge präsentierten, gab es auch musikalische Beiträge über Syrien von Mohammad Mahmoud und Serge Ralamboarision.

Die Bühne beim Master Peace Festival in Wiesbaden stand in engen Kontakt mit dem Publikum. Dies war wahrscheinlich auch der ausschlaggebende Faktor wieso der Großteil der Besucher durchgehend euphorisch wirkte. Egal welche Vertreter eines Landes auf der Bühne standen, es ergaben sich viele Parallelen hinsichtlich der Geschichten aus verschiedenen Ländern. Kurz: wir sind alle Mitglieder der Menschheitsfamilie.

Klunkerkranich

Lotti Spieler | Foto © Rottkay
Lotti Spieler, Foto © Rottkay

15.09.2019 • Klunkerkranich

Lesung mit Amira Gudegast, Ali Alzaeem, Robina Karimi, Shahzamir Hataki und Lotti Spieler.

Das Freilicht-Deck des Klunkerkranich in Berlin-Neukölln war am 15. September ganz in warmes Spätsommerlicht getaucht und der blaue Himmel über der Stadt lud dazu ein, den Sonntagnachmittag bei kühlen Getränken im Freien zu verbringen. Als Musiker Kechou und die Dichterinnen und Dichter auf die Bühne des aufgeheizten Konzertraums auf dem obersten Deck traten, war der Raum augenblicklich voll. Ali Alzaeem, Shahzamir Hataki, Amira Gudegast, Lotti Spieler und Robina Karimi erhielten lang anhaltenden Beifall für ihre Gedichte, die im Nachgang an den Holztischen des Klunkerkranich noch lange besprochen wurden. Kechou forderte die Gäste abschließend auf, den Raum zum Tanzen freizumachen, so dass zur geistigen Erfahrung der Gedichtvorträge die sinnliche der Musik in seinen vielschichtig komponierten Loops kam.

Die deutschen Übersetzungen las Denis Abrahams.

Musikalische Begleitung: Kechou

literaturfestival 2019

Shahzamir Hataki, Thanhha Lai, Ada Bieber Foto © Rottkay
Shahzamir Hataki, Thanhha Lai, Ada Bieber | Foto © Rottkay

13.09.2019 • 09:00 • James-Simon-Galerie 

Nachdem unser Dichter Shahzamir Hataki dieses Jahr den Theo 2019 verliehen bekam, wurde er zum 19. internationalen literaturfestival berlin eingeladen, um sein preisgekröntes Gedicht Der einzige Sohn zu lesen.

Zu früher Stunde füllte sich der Saal mit Schüler*innen einer internationalen Grundschule. Ada Bieber übernahm souverän die Moderation für das ungewöhnlich junge Publikum.

Gebannt lauschten die Kinder den Texten von Thanhha Lai und Shahzamir Hataki und wollten in der Fragestunde von den Autoren nicht nur mehrmals wissen, ob sie die vorgetragenen Zeilen tatsächlich erlebt haben, sondern auch, wie eine Papaya schmeckt. Thanhha Lai vergab darauf prompt eine Hausaufgabe: Alle mal probieren. Nur bitte weder die Kerne, noch die Schale essen.

Autoren: Thanhha Lai, Shahzamir Hataki

Moderation: Ada Bieber

Haus der Nachbarschafft

Foto: Leo Zimmermann

Blickwechsel 

05.09.2019 • Haus der Nachbarschafft

Lesung und Schreibworkshop mit Robina Karimi, Shahzamir Hataki, Amira Gudegast und Yasser Niksada.

In gemütlicher Runde und bei spätsommerlichem Wetter fand unsere erste öffentliche Lesung im Haus der Nachbarschafft e.V. statt, wo auch zweiwöchentlich Schreibgruppen zusammen kommen. Die Poetinnen und Poeten Shahzamir Hataki, Amira Gudegast, Robina Karimi und Yasser Niksada präsentierten ihre Gedichte einem begeisterten Publikum. Viele der Gäste blieben noch zum darauf folgenden Schreibworkshop von Verena Simon. Menschen verschiedenen Alters und verschiedenster Hintergründe lernten sich kennen und schrieben gemeinsam, inspiriert durch die Gedichte unserer PoetInnen.

Anleitung: Cornelia Becker

Horizonte Festival

Foto: Lisa Gropengießer

19. bis 21.07.2019 • Festung Ehrenbreitstein Koblenz

Wo Mosel und Rhein sich küssen, da entsteht, mit einem wunderbaren Ausblick über die Stadt Koblenz und das Rheintal, seit 17 Jahren das Weltmusikfestival Horizonte auf der Festung Ehrenbreitstein. Künstlerinnen und Künstler aus über 20 Ländern performten dieses Jahr dort und trugen zu einer sehr angenehmen und herzlichen Atmosphäre bei, genau wie die Café Hahn Crew, mit deren Energie und Fördergeldern das Festival jährlich organisiert wird. In der Festungskirche waren Helena vom Beyme, Yasser Niksada, Mahdi Hashemi und Hamed Baluch von The Poetry Project zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen, und ergänzten mit einigen ihrer Gedichte die Predigt von Jutta Lehnert, in der sie kritische Worte zum drastischen Rückgang der Vergabe von Kirchenasyl im letzten Jahr fand. Ergänzend zur Lesung fand auch ein Schreibworkshop statt, währenddessen wir spannende Gespräche über kulturelle Räume in der Stadt und künstlerische und persönliche Authentizität hatten. Unsere Gedichte-Tombola am Merch-Stand sorgte dann noch für den gewissen Nervenkitzel.

Schulleiter*innenkonferenz

Meet | Foto © Rottkay
Foto: Rottkay

09.07. und 24.07.2019 • Meeet Mitte

»Why do you want to take this life away from me, to deny me freedom? I too am a human.« – Robina Karimi

Im Juli wurde das Poetry Project gleich zwei Mal eingeladen, Teil des Programms einer Konferenz für Schulleiter*innen aus den USA zu sein, die soziale Projekte in Berlin kennenlernen wollten. Neben Rachel Clarkes Storytelling Arena, die mit ihrem Tandemformat ebenfalls eine Plattform für den lyrischen Austausch mit geflüchteten jungen Menschen anbietet, lasen die Poet*innen des Poetry Projects ihre Werke zunächst wie gewohnt auf ihrer Muttersprache vor. Die englischen Übersetzungen las Theresa Rüger. Zum zweiten Mal seit der TEEME Conference an der Freien Universität 2018 wurden im Anschluss die englischen Übersetzungen vorgetragen, von der jungen Autorin und Singer-Songwriterin Anne Genberg aus New York. Besonders die positive Resonanz der Zuhörenden hat die Vortragenden nachhaltig beeindruckt, daher bedanken wir uns sehr bei dem herzlichen Publikum, bei Aidan Bartley für die Einladung und Organisation und bei Ali Alzaeem, Rojin Namer, Robina Karimi, Reza Hossaini und Hamed Baluch für das Teilen ihrer persönlichen Erfahrungen.

Freie Universität Berlin

Denis Abrahams, Robina Karimi, Rojin Namer, Theresa Rüger | Foto © Rottkay
Denis Abrahams, Robina Karimi, Rojin Namer, Theresa Rüger | Foto © Rottkay

Institutsfeier Philosophie und Geisteswissenschaften

04.07.2019 • 19.30 • Freie Universität Berlin

Die Treppen des Beton-Theaters im Theaterhof der Freien Universität waren schon mit bunten Kissen ausgelegt, um die Vortragenden dort auf die Bühne zu holen. Die Ränge blieben jedoch leer, denn die Programmbeiträge wurden kurzerhand ins Grüne verlagert, um die Gäste der Jubiläumsfeier des Instituts für Philosophie und Geisteswissenschaften zwischen Blumensträußen und Luftballons die letzten Sonnenstrahlen genießen zu lassen.

Neben anderen spannenden Vorträgen, wie dem von Erika Fischer-Lichte, einer der weltweit bekanntesten Theoretikerinnen der Theaterwissenschaft, durften auch unsere Poet*innen Robina Karimi, Rojin Namer, Ali Alzaeem und Matin Hosseini ihre Texte präsentieren – ihre Themen waren Erinnerungen an vergangene Sommer, an Familienangehörige und Freunde, Liebe, Einsamkeit, und wahre Geheimnisse.

Den Vortrag der Übersetzungen übernahm Denis Abrahams, Mitbegründer des Literaturhauses Lettrétage und festes Mitglied des Vorleser*innenensembles des internationalen literaturfestivals berlin. Wir danken ihm für die gefühlvolle Interpretation der Texte, und Carolin Hehn für die Einladung.

Buchhändlerkeller

Shahzamir Hataki, Foto © Rottkay
Shahzamir Hataki, Foto: Rottkay

Poesie aus Leidenschaft

02.07.2019 • 19:30 • Buchhändlerkeller

Nachdem eine der ersten Lesungen des Poetry Projects im Buchhändlerkeller stattgefunden hatte, durften unsere inzwischen routinierten Poet*innen Anfang Juli zu diesem besonderen Ort zurückkehren.
Als Haus für Literatur wird der Buchhändlerkeller, der »weder Buchhandlung, noch Keller« ist, mit viel Herzblut von Ehrenamtlichen geführt. Sowohl die kunstvolle Atmosphäre des Parterres eines noblen Gründerzeithauses sowie das engagierte Publikum ermöglichten eine intime Lesung, die auf sehr positive Resonanz traf. Dabei lieh der Schauspieler Matthias Scherwenikas den deutschen Übersetzungen erneut seine Stimme und sorgte mit seiner lebhaften Interpretation der lyrischen Werke für ein eindringliches Lesungserlebnis.
Nachdem Robina Karimi, Rachel Ulrich, Shahzamir Hataki und Ali Alzaeem ihre Texte über Zugehörigkeit, Sprache und Wut über die Politik mit den Zuhörenden geteilt hatten, folgte eine aktive Zeit des Dialogs zwischen Publikum und Vortragenden.
Wir danken Heinz Balzer vom Buchhändlerkeller, dem ausgesprochen interessierten Publikum, Matthias Scherwenikas und den Poet*innen!

Moderation: Theresa Rüger

Stadtmuseum Kassel

Charlene Hackley, Foto: Theresa Rüger

Das Paradies wurde zur Schlacht

15.06.2019 • 18.30 • Stadtmuseum Kassel

Diesmal fuhren wir als reine Mädchen-Gruppe nach Kassel, um darauf aufmerksam zu machen, dass nicht nur Jungs, sondern auch junge Mädchen allein nach Europa flüchten. Ihre Perspektiven auf Flucht und Gesellschaft sollten im Vordergrund stehen.
Vier Tage nach der Ausstellungseröffnung Blutiger Boden im Kasseler Stadtmuseum, die sich mit den neun Morden des Nationalsozialistischen Untergrundes befasst, stellten die Poetinnen unter anderem kritische Texte zur Willkommensgesellschaft vor, wie auch Gedichte zum Thema Begegnung und Heimat, die den Besucher*innen unter die Haut gingen. Nicht nur die Lesung löste im Publikum Ergriffenheit aus, sondern auch der Conscious Rap von Joe d’Arc, einer Nachwuchskünstlerin aus Kassel, der uns allen die Dringlichkeit umweltbewussten Handelns vorhielt.
Vor und nach der Lesung gab es jeweils einen Workshop, der die Möglichkeit gab, sich gegenseitig kennenzulernen - so erklärten wir uns etwa gegenseitig Texte unserer Lieblings-Musiker*innen und ließen uns davon zu Gedichten inspirieren.
Wir bedanken uns bei Charlene Hackley vom Amt für Schule und Bildung der Stadt Kassel für die Stadtführung, wie auch für die sonstige Organisation, sowie beim Stadtmuseum für Raum zum Denken und Schreiben.

LesArt

LesArt | Foto © Rottkay
Mohammed Ali, Saher Baso, Foto: Rottkay

18.06.2019 • LesArt

20 Schüler*innen des OSZ Handel 1 Berlin trafen sich von Februar bis Juni regelmäßig bei LesArt, dem Literaturhaus für Kinder und Jugendliche zum kreativen Austausch. Zum Überthema »Glück«  wurden nicht nur Gedichte geschrieben, sondern, unter Anleitung der Fotografin Leona Goldstein, auch passende Bilder zu den Texten gefunden. Am 18. Juni lud die LesArt zu einer Präsentation der daraus entstandenen lyrischen und visuellen Werke ein. Dabei bestand die Veranstaltung aus zwei Teilen, während derer den Besucher*innen die Ergebnisse des Workshops im Rahmen einer Lesung präsentiert wurden und sie durch die Teilnahme an einem kleinen Mitmach-Workshop einen persönlichen Zugang zu dem Schreibprozess der Jugendlichen bekamen. Außerdem wurden Bilder und Texte in einer Ausstellung visualisiert.

Nachbarschaftsfest Kotti e.V.

Kotti e.V. • Rojin Namer, Amira Gudegast | Foto © Rottkay
Rojin Namer, Amira Gudegast, Reza Hossaini, Foto: Rottkay

24.05.2019 • Hofgelände FHXB-Museum

Im Hofgelände des FHXB-Museums in Kreuzberg fand unter dem Motto »Mitmachen – Mitreden – Mitgestalten«  das 4. Nachbarschaftsfest von Kotti e.V. statt. Eingerahmt von einem Chor-Auftritt von Polynushka und Musik des DJ Teams von We Are Born Free Empowerment Radio (We!R) gab es auch neue Texte von The Poetry Project zu hören.
»Sei nicht traurig wegen der verlorenen Zeit, aber vergiss auch nicht zu weinen für die Gräber der Frauen und Männer«  – der 19-jährige Reza Hossaini ist festes Mitglied von CampOne Café, einem Kreuzberger Verein, in dem junge Geflüchtete einen Treffpunkt mit wechselndem Programm selbstständig gestalten. Mit seinem Gedicht »Eine Sekunde für die Unschuldigen« stand er beim Nachbarschaftsfest zum ersten Mal mit dem Poetry Project auf der Bühne, neben Rojin Namer und Amira Gudegast. Das Publikum lauschte gebannt im mit Lampions geschmückten Hof und nutzte die Gelegenheit, um mit den neuen Nachbar*innen ins Gespräch zu kommen.

Moderation: Theresa Rüger

Bund Katholische Jugend

Theresa Rüger, Robina Karimi, Ali Alzaeem, Foto: Leo Zimmermann

05.05.2019 • JPZ Berlin

Um gemeinsam über das Thema Heimat nachzudenken, kamen am 5. Juni bei 35 Grad verschiedene junge Menschen zusammen, die beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend tätig sind. Auch Mitglieder des Diözesenvorstandes, der die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Kirche, Staat und Gesellschaft vertritt, ließen sich von den Temperaturen nicht davon abhalten, einem Gedichtvortrag von Ali Alzaeem und Robina Karimi beizuwohnen. Während Robina unter anderem über ihren letzten Sommer in Afghanistan sprach, wandte Ali sich an seinen Vater: »Ich weiß, dass die arabische Sprache deine Geliebte ist, aber die Sprache wurde ermordet auf dem Weg nach Deutschland.«

THEO 2019

ThePoetryProject THEO 2019
Foto: Schreibende Schüler e.V.

28.04.2019 • Rotes Rathaus Berlin

Im April 2019 wurde im Roten Rathaus in Berlin zum zwölften Mal der THEO Preis für Junge Literatur verliehen, unter Vorsitz von Anke Stelling und Karla Montasser. Die Ausschreibung zum Thema »Vor dem Sturm« richtete sich an Kinder und Jugendliche aus aller Welt. In unterschiedlichen Altersklassen wurden Preise in den Kategorien Prosa und Lyrik vergeben – und dieses Jahr zum ersten Mal auch in der Kategorie SprachRäume. Über 650 Einsendungen gab es 2019, und die Autor*innen der vielversprechendsten Texte wurden zu einem gemeinsamen Workshop-Wochenende geladen. Unter ihnen waren gleich drei Poetry Project-Poet*innen: Shahzamir Hataki mit seinem Gedicht »Der einzige Sohn« über seine Flucht über das Meer, Robina Karimi mit »Gewalt und Stolz« über die Rolle der Frau in Afghanistan und Rojin Namer mit ihrem Text »Damaskus« über ihre Heimatstadt. Neben fünf weiteren Texten, unter anderem einer charmanten Geschichte der zehnjährigen Anna Lena Gabriel rund um Susi Seestern, Fita Fisch und Momo Muschel und dem Texthybrid »Substanziierung einer Beziehung vor dem Sturm« der talentierten Lotti Spieler wurden dann auch die Texte von Shahzamir und Rojin prämiert, in den Kategorien Lyrik und SprachRäume. Wir freuen uns sehr mit den Preisträger*innen und danken den Schreibenden Schülern und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels für ihr großes Engagement!

Arabische Buchmesse

Theresa Rüger, Amira Gudegast, Foto: Leo Zimmermann

20.04.2019 • 14:30 • Daz - Deutsch-Arabisches Zentrum für Bildung und Integration Berlin

Im April lud das Deutsch-Arabische Zentrum für Bildung und Integration Berlin die Poet*innen vom Poetry Project zu der einzigen Arabischen Buchmesse in Berlin ein. Neben Werken über den interkulturellen Austausch in Buchform, wurde durch die Gedichte ein lebendiger Eindruck von Ängsten und Leidenschaften, Heimat und Familie, das Verhältnis zu Berlin und die Zukunftswünsche der Jugendlichen vermittelt.
Vielen Dank an das Deutsch-Arabische Zentrum für die Einladung!
Poet*innen: Hamed Baluch, Amira Gudegast, Ali Alzaeem

AWOthek Nürnberg

Foto: Leo Zimmermann

14.04.2019 • 16:00 • MGH in der AWOthek

Zusammen mit dem AWO Kreisverband Nürnberger Land e.V. haben die Poet*innen des Poetry Projects im Mehrgenerationenhaus der AWOthek eine Lesung veranstaltet. Anschließend fand ein Schnupperworkshop zum Gedichteschreiben statt, in dem Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit bekamen, selbst literarisch aktiv zu werden.
Wir bedanken uns bei der AWO und bei Svenja Plannerer für den Vortrag der deutschen Texte.
Poet*innen: Shahzamir Hataki, Robina Karimi, Amira Gudegast, Rojin Namer, Ali Alzaeem

Literaturhaus Frankfurt

Foto: Literaturhaus Frankfurt

Nach der Flucht

12.03.2019 • Literaturhaus Frankfurt

»Wenn ein Kind sein Spielzeug verliert, dann weint es. Ähnliche Gefühle können sich einstellen, wenn man sich plötzlich an Wörter in der Muttersprache nicht mehr erinnern kann.« Als Partner durfte The Poetry Project die arabische Schreibwerkstatt Nach der Flucht des Literaturhaus Frankfurt unterstützen. Am 12.03. fand die Abschlusslesung statt, im Rahmen derer die Poet*innen ihre lyrischen Texte rund um das Thema Identität präsentierten. Übersetzer Imad Karim stellte die Lesenden vor, Stéphane Bittoun trug die deutschen Übersetzungen vor. Die Moderation übernahm Dilek Üsük und unterhielt sich mit den jungen Schreibenden unter anderem über ihr Verhältnis zur Stadt Frankfurt und zur neu erlernten Sprache. Geteilt wurden sehr persönliche Geschichten und auch das ein oder andere Lachen - nicht zuletzt darüber, dass die Frage nach den Gefühlen gegenüber der deutschen Sprache höflich unbeantwortet blieb.

Flüchtige Poesie & Musik

Foto: Lothar Scheele

08.03.2019 • 19:30 • Jugendkulturzentrum Lahnstein

Im Rahmen des Festes Flüchtige Poesie & Musik des Jugendkulturzentrums Lahnstein stand die Frage nach den Gedanken und Gefühlen der jungen Menschen, die ihre Familien und ihre Heimat hinter sich lassen mussten und nun allein in der Fremde leben, im Zentrum. Unter der Leitung von Arina Horre wurden Gedichte der Poet*innen des Poetry Projects von ihnen selbst und von Schauspieler*innen der Schauspielschule Koblenz vorgetragen, musikalisch wurden sie gefühlvoll von Katharina Obst begleitet. Zum internationalen Frauentag stellten Texte zum Frausein einen besonderen Schwerpunkt dar.
Wir möchten uns herzlich beim Jugendkulturzentrum Lahnstein sowie der Schauspielschule Koblenz für die gelungene Zusammenarbeit bedanken, bei Nasstaran Houshmand und Arina Horre.
Poet*innen: Ali Alzaeem, Sarah Safi, Robina Karimi

Winterliteraturwoche

Wo gehöre ich hin | Foto © Theresa Rüger
Foto: Theresa Rüger

Schreibende Schüler

05.02.2019 • Schloß Trebnitz

Im Februar waren die Poet*innen von The Poetry Project in Trebnitz zu Besuch beim Verein Schreibende Schüler. Die Winterliteraturwoche findet jährlich statt, dieses Jahr erhielt The Poetry Project die Möglichkeit, das Projekt in Form einer Lesung und zwei Workshops vorzustellen.
Nach der Lesung der Poet*innen wurden die schreibenden Schüler*innen von Zuhörenden zu Partizipierenden, indem sie durch Kleingruppen in den aktiven Dialog mit den Jugendlichen traten und auch eigene Gedichte verfassten. In diesem Rahmen war die zentrale Diskussionsfrage »Wo gehöre ich hin?« , welche sowohl mündlich als auch schriftlich behandelt wurde. Gemeinsame Dialog-Gedichte zu Themen wie Flucht, Heimat und interkultureller Kommunikation waren das Ergebnis dieser produktiven Kooperation.
Wir möchten uns ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken, vor allem bei Rudi Nuss für die Organisation und umsichtige Begleitung.
Poet*innen: Shahzamir Hataki, Yasser Niksada, Robina Karimi, Mahdi Hashemi

Königin-Luise-Stiftung

Ali Alzaeem, Foto © Rottkay
Ali Alzaeem | Foto © Rottkay

09.01.2019 • Königin-Luise-Stiftung

Am 09. Januar waren die Poet*innen von The Poetry Project am Gymnasium der Königin-Luise-Stiftung in Dahlem zu Gast. Nach einer mehrsprachigen Lesung ging es weiter zu gemeinsamen Schreibworkshops, in denen die Schüler*innen selbst poetisch aktiv werden konnten und die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Poet*innen bekamen. Zu den Themen Krieg, Angst, Grenzen und Freiheit wurden in vier Gruppen fleißig Texte produziert.

Ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden und die Königin-Luise-Stiftung Dahlem, insbesondere an Hannah Rotter für die Einladung.

Poet*innen: Rojin Namer, Ali Alzaeem, Mahdi Rezaei, Mahdi Hashemi, Robina Karimi, Amira Gudegast

Moderation: Theresa Rüger

Berlin Mondiale

Foto: Max Rocholl

Tanzparty

17.12.2018 • 18:00 • Uferstudios

Mobile Dance, die Uferstudios für zeitgenössischen Tanz und Berlin Mondiale luden ein, um gemeinsam bei Live-Musik, Performance, Film und Tanzmusik zu feiern. Zusätzlich wurden Beiträge der spannendsten Berlin Mondiale-Projekte des letzten Jahres vorgestellt.

Zusammen mit 50 jungen Tänzer*innen und 15 Künstler*innen des Projekts JUNCTION, Heidi Weiss und Francisco Bejarano Montes de Oca (Tanz), Abdulkader und Mohammad Asli (Musik), Nada Al Aswad, Juli Reinartz (Danceoke), Dj Šubi durften die Poet*innen des Poetry Projects Teil des Programms dieses vielfältigen Abends sein. Darüber hinaus gab es Poesie-Filme von M-Power, Beiträge vom Was Geht?! Magazin, dem Media Arts Lab sowie dem Labor M/Schloss Biesdorf.

Besonderer Dank gilt dem Was Geht?! Magazin für die Einladung und die Organisation der Veranstaltung sowie den Gastgeber*innen für die großartige Zusammenarbeit.

Poet*innen: Ali Alzaeem, Amira Gudegast, Rojin Namer, Alaa Aldin Khalifeh

Alte Feuerwache Wuppertal

Foto © Mudjacka Mvunuku

17.12.2018 • 18:00 • Café Alte Feuerwache

Am 17. Dezember konnten Jugendliche der Gesamtschule Else Lasker Schüler ihre Texte und Gedichte in weihnachtlicher Stimmung im Café der Alten Feuerwache in Wuppertal vorstellen. Die sieben Poet*innen aus insgesamt fünf Ländern hatten sich über mehrere Wochen regelmäßig getroffen, um gemeinsam poetische Texte zu verfassen. Sie bewegten das Publikum dabei mit unterhaltsamen, abwechslungsreichen und emotionalen Vorträgen, teils in ihrer Muttersprache, teils selbst auf Deutsch. Anschließend las Aleksander R. Warzecha, wo nötig, die Übersetzungen. Beim abschließenden arabischen Buffet nutzten Publikum und Poet*innen die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wir bedanken uns bei der Alten Feuerwache, den Poet*innen, bei Milly van Mil und Niklas Krämer für ihr großes Engagement.

Poetry Christmas

Zoe Matt-Williams | Foto © Rottkay
Zoe Matt-Williams, Foto: Rottkay

13.12.2018 • The Poetry Project

Plätzchen, Glühwein und Gedichte-Wichteln – das Poetry Project hat das Jahr 2018 in weihnachtlicher Atmosphäre ausklingen und Revue passieren lassen. Neben dem geselligen Beisammensein wurden die Räumlichkeiten des Poetry Project Office zur Bühne, als die Poet*innen ihre Lieblingstexte mit dem Publikum teilten, mit Teilnehmenden und Mitarbeitenden, Unterstützer*innen und auch ganz neuen Gesichtern. Wir freuen uns über jede*n einzelne*n, die oder der diesen wunderbaren Abend mit uns verbracht hat!

Kreuzberger Himmel

Jette Albrecht, Amira Gudegast, Pipa Kläy, Foto: Max Rocholl

03.11.2018 • 19:00 • Kreuzberger Himmel Berlin

Nach zwei erfolgreichen Workshops unter den Fittichen von Sophia Schlette von Encourage e.V. und dem feinfühligen Poeten und Übersetzer Shahrouz Rashid war es am 3. November Zeit für eine Abschlusslesung, für die uns der großartige Kreuzberger Himmel seine Pforten geöffnet hat. Bei syrischem Essen und hervorragendem Wein durfte das Publikum den im Workshop entstandenen Gedichten der Poet*innen lauschen.

Vielen Dank an alle Mitwirkenden, an Encourage e.V., den Kreuzberger Himmel, die Künstler*innen und das wunderbare Publikum!

Poetinnen und Poeten: Robina Karimi, Elias Balkhi, Rojin Namer, Jette Albrecht, Amira Gudegast, Pipa Kläy und Sarah Safi

Gymnasium Wendelstein

Gymnasium Wendelstein | Foto © Theresa Rüger
Rojin Namer, Robina Karimi, Yasser Niksada, Shahzamir Hataki mit Schülern des Gymnasiums Wendelstein  |  Foto: Theresa Rüger

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

25.10.2018• 10:00 • Gymnasium Wendelstein

»Das ist die beste Reise, die wir bis jetzt gemacht haben«, sagte unsere Poetin Rojin Namer über den ereignisreichen Tag, den wir am Gymnasium Wendelstein mit einer Lesung vor den Schüler*innen und zwei anschließenden Workshops verbracht haben. Eingeladen wurden wir im Zuge der Jugendinitiative »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« vom Paten des Wendelsteiner Gymnasiums, Klaus Schamberger. 

Etwa 200 Schüler*innen der 10. Klasse hatten sich an diesem Donnerstagmorgen in der Aula des Gymnasiums versammelt, um unseren Poet*innen zuzuhören. Vor diesem ungewöhnlich jungen Publikum lasen Robina Karimi, Rojin Namer, Shahzamir Hataki und Yasser Niksada ihre Gedichte auf Persisch, Arabisch und Deutsch. Die Schüler*innen lauschten aufmerksam und still – so ruhig sei es in den Klassen sonst nie, wurde uns anschließend berichtet. Sogar eine kleine Aufmerksamkeit hatten die Zehntklässler*innen für die Vortragenden vorbereitet: Jede*r bekam ein kleines Notizbuch für zukünftige Gedichte, und einen traditionellen Nürnberger Lebkuchen. Im Anschluss an die Lesung bildeten sich schnell neugierige Trauben um die vier Poet*innen, es wurde nachgefragt, Kontakte wurden ausgetauscht und Gemeinsamkeiten festgestellt. Die beiden Workshops, die danach stattfanden, gaben noch einmal Anlass zum näheren Kennenlernen. Gemeinsam mit den Schüler*innen schrieben wir Briefe an Sympathisanten mit der AfD und an die Ausländerbehörde und fragten uns, was eigentlich Worte wie Integration und Fremdheit für uns bedeuten. Heraus kamen berührende, starke Texte und auch die ein oder andere Träne.

Wir bedanken uns bei den Schüler*innen für ihre Offenheit und ihr unglaublich warmes Willkommen. Großer Dank gebührt auch der verantwortlichen Lehrerin, Naemi Winner; die Stadtführung in Nürnberg und das gemeinsame Abendessen und Frühstück waren für uns alle sehr schön. Wir hoffen auf ein Wiedersehen!