THEO 2019

ThePoetryProject THEO 2019
Foto: Schreibende Schüler e.V.

28.04.2019 • Rotes Rathaus Berlin

Im April 2019 wurde im Roten Rathaus in Berlin zum zwölften Mal der THEO Preis für Junge Literatur verliehen, unter Vorsitz von Anke Stelling und Karla Montasser. Die Ausschreibung zum Thema »Vor dem Sturm« richtete sich an Kinder und Jugendliche aus aller Welt. In unterschiedlichen Altersklassen wurden Preise in den Kategorien Prosa und Lyrik vergeben – und dieses Jahr zum ersten Mal auch in der Kategorie SprachRäume. Über 650 Einsendungen gab es 2019, und die Autor*innen der vielversprechendsten Texte wurden zu einem gemeinsamen Workshop-Wochenende geladen. Unter ihnen waren gleich drei Poetry Project-Poet*innen: Shahzamir Hataki mit seinem Gedicht »Der einzige Sohn« über seine Flucht über das Meer, Robina Karimi mit »Gewalt und Stolz« über die Rolle der Frau in Afghanistan und Rojin Namer mit ihrem Text »Damaskus« über ihre Heimatstadt. Neben fünf weiteren Texten, unter anderem einer charmanten Geschichte der zehnjährigen Anna Lena Gabriel rund um Susi Seestern, Fita Fisch und Momo Muschel und dem Texthybrid »Substanziierung einer Beziehung vor dem Sturm« der talentierten Lotti Spieler wurden dann auch die Texte von Shahzamir und Rojin prämiert, in den Kategorien Lyrik und SprachRäume. Wir freuen uns sehr mit den Preisträger*innen und danken den Schreibenden Schülern und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels für ihr großes Engagement!

Else Lasker-Schüler-Lyrikpreis – Preisverleihung

The Poetry Project | Foto © Rottkay
Günter Wallraff | Foto: Rottkay

Freitag, 09.02.2018 • Stadtsparkasse Wuppertal

Günter Wallraff hielt eine flammende und gleichsam einfühlsame Laudatio auf die berührenden Gedichte der jugendlichen Poeten. Er nutzte die Gelegenheit auch für Kritik an der deutschen Regierung und ihrer Politik gegenüber Kriegsflüchtlingen. Deutschland leide nicht an einer »Flüchtlingskrise, sondern an einer Humanitätskrise«, sagte Wallraff und erinnerte an den Sommer 2015, als viele Deutsche Flüchtlinge willkommen geheißen hatten, dass diese hilfsbereiten und liberalen Bürger, die »noch immer die Mehrheit« seien, dann aber nur kurze Zeit später durch fremdenkritische und rechtspopulistische Kräfte verdrängt wurden. Der Autor würdigte die vielversprechenden Talente der Preisträger – »Eure Lyrik öffnet die Herzen der Menschen«, zitierte die Westdeutsche Zeitung Wallraffs Appell: »Sorgen wir für eine bessere Zukunft gemeinsam mit denen, die bei uns Zuflucht suchen.« Westdeutsche Zeitung 
Der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal Andreas Mucke las die Gedichte auf Deutsch.

»Die Texte seien erschütternde, erstaunlich reife lyrische Schicksalsbeschreibungen der 14 bis 18 Jahre alten Jugendlichen, die die Geschichte ihrer Flucht dokumentierten. Die poetischen Lebenszeichen erinnerten auch an deutsche Exilanten wie Else Lasker-Schüler und ihre Werke.« rbb

Else Lasker-Schüler-Gesellschaft