GedichteSameh DibSyrien

Du, Nacht

Sameh Dib

Galil, Syrien

 

Nun verändert sich die Natur.
Herbst gefolgt von Winter.
Die Stille bringt sich um.
Alles ist vergänglich.

Das Erdbeben schreit die Vögel in Galil an.
Du, liebes Galil: Du lebst weiter in meinem Herzen,
ob sie es wollen, oder nicht.
Du, Nacht: Ich fühle deinen Schmerz,
ich bin bei Dir.
Du, Nacht: Deine traurigen Lieder langweilen mich.

Nächtliche Sterne: Seid nicht traurig.
Die Paradiesvögel singen Euch dunkle Lieder,
ach, wenn ich nur singen könnte wie Ihr.

 

Sameh Dib (17)

ist syrischer Palästinenser. In seinem Pass steht, er sei staatenlos. Heimat ist für Sameh der Geruch von syrischem Basilikum. 2016 musste er fliehen. In Leipzig traf er seine Schwester wieder und heute leben beide gemeinsam in Berlin. Dort geht Sameh Dib auf die Emil-Fischer-Schule in Wittenau.