DeutschlandGedichteTristan Ludwig

Keine Grenzen überhaupt

Tristan Ludwig

Mannheim, Deutschland

 

Hallo hallo wo gehörst du hin wo wo?
Kein Ort innerhalb der Grenzen Deutschlands
Kein Ort innerhalb von Grenzen überhaupt
Nein über sie hinaus
Hinaus über was gedacht werden soll
Hinaus über Altbauhäuser wie Vorstadtbauten und Ohrensessel
Der Schnee mag aussehen wie Asche
Aber wenn, dann noch immer neu und frisch
Alles bedeckend, aber nein, das Bedeckte verschwand
Da bin ich zu Hause, wo man nicht mehr zu Hause sein braucht
Wo der Abdruck meines Körpers im Neuschnee undeformiert bleibt
An jedem Ort, an dem ein Schneeball fliegt
Oder immerhin da, wo man darüber zu reden wagt
Immerhin da, wo noch nicht alles geschmolzen ist und giftig dampft
Ich mag Fahnen ihres Stoffes wegen und Städte wegen ihrer Straßen
Am meisten jedoch mag ich den Schnee, der sie bedeckt
Freie weiße unbebaute Fläche
Keine Grenzen überhaupt

 

Tristan Ludwig (18)

macht aktuell ein Freiwilliges Sozial Jahr beim Nationaltheater in Mannheim. Er mag stilles Wasser und findet es wichtig, für Gefühle in Kunst oder Musik ausdrücken zu können. Was er später einmal machen möchte, weiß er noch nicht.