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Wie alles begann

The Poetry Project | Foto © Rottkay
Aarash D. Spanta | Foto: Rottkay

Bei Reisen durch Afghanistan hatte Initiatorin und SPIEGEL-Auslandskorrespondentin Susanne Koelbl die Bedeutung und den Zauber der Lyrik in der persischen Kultur immer wieder erfahren dürfen. Gemeinsam mit dem in Afghanistan aufgewachsenen Anwalt und Übersetzer Aarash D. Spanta lud sie junge Geflüchtete ein, an einem Gedicht-Workshop teilzunehmen, zunächst aus dem persischsprachigen Raum. Da die Neuankömmlinge noch wenig Deutsch sprachen, war die Unterstützung durch einen Muttersprachler der Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis. 

Im Fokus: Minderjährige, die ohne Begleitung nach Deutschland geflüchtet waren, also ohne Freunde und Familie einen Neustart im fremden Land schaffen mussten. Da vor allem männliche Jugendliche allein auf den weiten Weg nach Europa geschickt wurden, bestand auch die erste Schreibgruppe ausschließlich aus jungen Männern: Ali Ahmade (15), Ghani Ataei (16), Mahdi Hashemi (16), Shahzamir Hataki (16), Kahel Kaschmiri (15), Mohamad Mashghdost (18), Yasser Niksada (14) und Samiullah Rasouli (17). 

Sie verfassten Gedichte darüber, was ihnen auf der Flucht geschehen ist. Neun Monate später veröffentlichten die Jungen ihre berührenden Texte in der Berliner Anthologie „The Poetry Project – Allein nach Europa“ und lasen sie vor großem Publikum auf dem 16. Internationalen Literaturfestival Berlin. Das enthusiastische Echo, das ihnen entgegenkam, hat sie ermutigt, weiterzumachen.

Seitdem haben sich Dutzende Schreibgruppen in verschiedenen deutschen Städten gegründet, wie Köln, Frankfurt, Nürnberg, uvm. und immer mehr junge Poet*innen tragen ihre Gedichte im Rahmen von Lesungen und Festivals vor.