GedichteIranMahdi Rezaei

Liebe und Trennung in Deutschland

Mahdi Rezaei

Teheran, Iran

 

Die Liebe ist eine Angelegenheit, mit der viele befasst sind.
Einige sind erfolgreich, andere scheitern.
Was geschieht mit den Liebenden?
Mit denen, die zusammenbleiben und jenen, die auseinandergehen?
Ich gestehe: Für uns junge Männer ist es schwierig, in den Straßen zu wandeln,
in den Clubs, in der Schule.
Wenn wir sehen, wie sie auftreten, wie sie reden, wie sie sich kleiden.
Der Mensch hat Ohren, Nase, Augen, Sinne.
Er hört. Er riecht. Er sieht. Hat ein Verlangen.
Mädchen und Jungen.
Ihr wisst, ein Junge verliebt sich über das Auge.
Und wenn er sich verliebt, verfolgt er diese Liebe.
Aber, findet er sie auch?
In diesem Zustand gibt es nur zwei Möglichkeiten.
Entweder sie bleiben zusammen und werden gemeinsam alt.
Davon gibt es nur wenige.
Oder sie gehen nach kurzer Zeit auseinander.
Aber in der kurzen Zeit, in der sie zusammen sind, machen sie viele Dinge gemeinsam.
Sie gewähren sich tiefe Einblicke in ihre Seele.
Eine tiefe Verbindung entsteht.
Wir Männer fürchten, der Lächerlichkeit preisgegeben zu werden.
Deswegen fällt uns Männern die Trennung so schwer.

 

Mahdi Rezaei (16),

geboren im Iran, als Flüchtling afghanischer Eltern, über die Trennung von einem geliebten Menschen in Deutschland.