GedichteMohamad MashghdostPreisträger

Heimat

Mohamad Mashghdost

Bandar Anzali, Iran


Meine Heimat habe ich verlassen,
mein Herz. Jetzt ist es wie Schlaf und Traum
und brennt in der Tiefe meines Körpers.
Die weinende Mutter hat mich fortgeschickt.

Die Leiden sind zu Ende, sagte ich.
Ich packte und machte mich auf den Weg.
Leib und Seele überließ ich dem Ozean,
Gott, ich existiere noch, danke.

Gott möge das Meer verfluchen, dass die Leiber verschlingt.
Das Gebet und die Liebe für die Schwester halfen mir anzukommen.
Aber meine Augen haben die Farben des Unglücks gesehen.
 

Übersetzung aus dem Persischen: Aarash D. Spanta
Foto © Rottkay

Mohamad Mashghdost (18)

Der Sohn eines Taxifahrers aus Bandar-e Ansali, Iran, machte sich im Herbst auf nach Europa. In der Heimat fürchtete er, in den Krieg nach Syrien eingezogen zu werden. Nach seiner Ankunft in Berlin schrieb Mohamad Mashgdost einige herausragende Gedichte über die iranische Tristesse und seine Sehnsucht nach Leben. Mohamad lebt heute in Husum. Foto © Rottkay