Wir sitzen im Unterricht
Die Lehrerin verteilt die Blätter
Sie sagt: „Sucht nach Fremdwörtern.“
Ich bleibe still.
Ich kenne sie alle.
Ich bin eins
Ich bin das Wort, das keiner laut liest –
aus Angst, es falsch zu sagen.
Ich bin das Wort, das unterstrichen wird,
doch nie verstanden.
Das, das man überspringt,
weil es stört,
weil es anders klingt,
weil es sich nicht reimt.
Ich bin das Wort,
das nicht in deinem Wörterbuch steht
Das fremde Wort in einem Gedicht.
Zu kompliziert,
zu vielschichtig,
zu sehr dazwischen
Ich bin ein Fremdwort
Nicht falsch,
nur nicht angewöhnt
und manchmal nicht gewollt.
Ich bin ein Fremdwort.
Aber nicht so wie „Chaos“,
nicht wie „Déjà-vu“
das du sagst, ohne nachzudenken.
Ich bin kein „Klischee“, kein „Souvenir“
Ich bin khak (Boden),
aber nicht deiner Erde,
nur die, die mir fehlt.
Ich bin Aatash (Feuer),
ich bin Yad (Erinnerung),
eine Erinnerung,
die mir jede Nacht Wache hält.
Ich bin da
Ein Fremdwort,
das du nicht brauchst, um den Text zu verstehen.
Und vielleicht –
wenn meine Definition dich interessieren würde –
könnte ich sie dir erklären