Es sind nicht die gleichen Wege,
nicht die gleichen Wörter,
nicht die gleiche Vergangenheit.
Manche sind hier geboren,
kennen jede Straße,
den Geruch von Regen auf Asphalt.
Andere sind angekommen,
mit Fragen im Gepäck
und einem Leben, das nicht mehr dort ist, wo es begann.
Zwischen ihnen liegt kein klarer Abstand,
nur Unsicherheit,
nur ein leises Abtasten von Grenzen.
In Bussen sitzen wir nebeneinander,
in Ämtern warten wir,
in Nächten denken wir ähnliche Gedanken.
Wer darf bleiben
Wer wird gesehen
Wer muss sich erklären
Die Antworten sind selten laut.
Manchmal zeigt sich Zusammenhalt
in kleinen Dingen,
in einem Blick, der nicht ausweicht,
in Geduld,
in dem Versuch zu verstehen,
auch wenn es unbequem ist.
Es gibt Risse
in Gesprächen,
im Vertrauen,
im Gefühl, dazuzugehören.
Und trotzdem
gehen Menschen jeden Tag weiter,
arbeiten,
hoffen,
beginnen neu.
Vielleicht ist es nichts Großes, das uns zusammenhält.
Kein Versprechen, das für alle gilt.
Vielleicht ist es nur
dieses leise Weitergehen nebeneinander
und die Entscheidung,
einander nicht aufzugeben.