Was erleben junge Zuwanderer aus Kriegsgebieten mit deutschen Sicherheitskräften? An einem warmen Freitagabend im August trafen Poet*innen von The Poetry Project und das grandiose Landespolizeiorchester Brandenburg aufeinander, um diese Erfahrungen und Gefühle zum Thema "Polizei" zu teilen. Und die sind nicht immer angenehm.
47 Musiker in Uniform lauschten den teilweise ziemlich bedrückenden Erlebnissen der Poet*innen Shahzamir Hataki, Mariia Kaziun und Nazifullah Nasiri. Schauspieler Jakob Walser vertrat ausdrucksstark jene Poet*innen, die selbst nicht anwesend sein konnten.
Die Polizei reagierte überraschend aufgeschlossen. Die Musiker antworteten mit versöhnlichen Worten und Musik. "Bevor ich bei der Polizei anfing," sagte Dirigent Robert Paul, "dachte ich ähnlich wie ihr. Aber Polizisten sind auch Menschen."
Im Publikum mischten sich Neugier und Irritation über das ungewöhnliche Zwiegespräch. Die Anspannung löste sich dann mit jedem lyrischen Stück, dem ein versöhnlicher Orchester-Song folgte – ob The Children of Sanchez oder am Ende Imagine von den Beatles.
Wenn die beiden Gesprächspartner auch scheinbar gegenseitige Perspektiven aufeinander trennen, waren sich Poet*innen und Polizei dann doch erstaunlich einig: Beide wünschen sich ein respektvolles, friedliches Miteinander.
Möglich machte die Begegnung Kaspar von Erffa von der Potsdamer Bürgerstiftung, der die Inselbühne künstlerisch belebt. Ganz herzlichen Dank auch an Christian Köhler, Leiter des Landespolizeiorchesters Brandenburg und den Dirigenten Robert Paul, für die Bereitschaft, das Wagnis dieses wichtigen Dialogs einzugehen.